Es gibt nichts zu verlieren – So geht Gemeinwohl

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Es scheint fast so, als seien am 12.02.21 Akteur*innen zusammengekommen, die nach Lösungen suchen, anhand derer Gemeinwohl und rentables Wirtschaften miteinander vereint werden kann.

Es scheint fast so, als seien am 12.02.21 Akteur*innen zusammengekommen, die nach Lösungen suchen, anhand derer Gemeinwohl und rentables Wirtschaften miteinander vereint werden kann. Expert*innen erklärten, was zu beachten ist und berichten von Kommunen, die in Kooperation mit Landwirt*innen aus der Umgebung ihre ambitionierten Ziele zur Erreichung der CO2 Neutralität erreichen wollen und von Initiativen, die Millionen Bäume pflanzen. Landwirt*innen, die Bäume pflanzen wollen sind gefragter denn je.

Der Projekthof Karnitz richtete am Freitag, den 12. Februar 2021, eine Einführungsveranstaltung zum Thema Agroforstwirtschaft aus, die von über 80 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland besucht wurde. Was als analoger Bürgersalon für Landwirtschaftsbetriebe aus der Mecklenburgischen Schweiz bereits für April 2020 geplant war und mehrfach verschoben wurde, fand nun coronabedingt als Onlinekonferenz statt.

Kurz vor 16 Uhr: knisternde Vorfreude auf den Austausch zwischen unseren ExpertInnen und Studierenden, LandwirtInnen und AgrarberaterInnen – alle auf der Suche nach einer guten Kombination von Bäumen und Ackerfrüchten für ihre Felder. Die einen haben es mit Trockenheit zu tun, andere suchen nach Lösungen für Ackerflächen mit weniger als 30 Bodenpunkten, wieder weitere wollen mehr Diversität auf ihre Felder und in ihre Agrarunternehmen bringen. Einige sind unserer Einladung gefolgt und haben ihren Standort auf der Karte eingetragen – hier sehen wir förmlich die Bäume auf den Feldern wachsen!

Hätten wir in die Mecklenburgische Schweiz geladen, nur ein Bruchteil der Gäste die Möglichkeit gehabt, sich auf die Reise zu machen – abgesehen davon, dass es nicht sinnvoll wäre, durch ganz Deutschland zu gurken. Alles hat seine Vor- und Nachteile: die TeilnehmerInnen der Veranstaltung müssen sich beim Reinkommen keinen Schnee von den Schuhen klopfen oder mit beschlagener Brille auf die Suche nach einem Sitzplatz machen: mit einem freundlichen Plopp laufen sie in den digitalen Vorraum ein und landen einer neben dem anderen in der Bildergalerie.

In dem Einführungsvortrag von Burkhard Kayser erfahren wir, wie Bäume die Wasserverdunstung verringern, den Wind aufhalten und dass die Reihen in Nord-Süd- Achsen gepflanzt werden sollten, um die Vorteile voll nutzen zu können und Nachteile wie Beschattung so gering wie möglich zu halten – um nur wenige Aspekte zu nennen. Die Agroforstwirtschaft ist eine sehr komplexes System, weshalb im Prinzip für jeden Standort und jeden Landwirtschaftsbetrieb eine ganz individuelle Lösung gefunden werden sollte.

Reiner Guhl aus Perleberg (Prignitz) in Mecklenburg-Vorpommern berichtet im Anschluss von seinen Erfahrungen beim Aufbau seiner ersten Agroforstmaßnahmen, der Pflanzung von zwei Pappelreihen. Ohne künstliche Beregnung würden die Kartoffeln, die er dort in fünfjähriger Fruchtfolge anbaut, nicht mehr gedeihen, sein Acker hat nur 30 Bodenpunkte. Am Anfang seiner Überlegungen stand nicht die Gewinnmarge, sondern die Überzeugung, dass kein Weg daran vorbeiführt, etwas an der bisherigen Methode zu ändern. Der umtriebige Bauer, der bereits seit dreißig Jahren einen Ausbildungsbetrieb leitet und sich den Zukunftsfragen seiner Auszubildenden stellt, will weitermachen: Kastanien, Nussbäume, Sanddorn, Apfelbäume. Was er damit dann irgendwann vermarktet, ob Hackschnitzel oder Sanddornsaft, lässt er auf sich zukommen. „Sie müssen reinwachsen, mitwachsen, das ist wie ein Kunstwerk! Dies ist eine von den vielen Möglichkeiten, wie wir das wettmachen können, was wir jahrzehntelang gemacht haben: Öl und Kohle aus dem Boden befördern – und jetzt wundern wir uns, dass das CO2 nicht im Weltraum verschwindet.“

Im Anschluss daran berichtet Janos Wack von TRIEBWERK, dass Agroforstmaßnahmen für Unternehmen zur Kompensation ihrer Emissionen immer attraktiver werden: so will Nestlé im Rahmen seines Maßnahmenpakets für Klimaneutralität unter anderem 20 Mio. Bäume pflanzen, um CO2-neutral zu werden. Patagonia, ein Hersteller von Outdoorequipment, spendet 1% der Gewinne an eine Stiftung, die den Aufbau von Agroforstprojekten fördert. Auch von einer Crowdfunding-Kampagne, mit der für ein Vorhaben in kurzer Zeit 200.000 Euro von privaten Spendern und regionalen Organisationen gespendet wurden, berichtet er – das Interesse ist da und es ist groß, man muss die Leute nur ansprechen.

Ecosia investiert zwischen 10.000 und 100.000 Euro in Landwirtschaftsbetriebe mit Agroforstvorhaben. Ihr erklärtes Ziel: die wirtschaftliche Rentabilität dieser Systeme zu beweisen und damit mainstream-kompatibel zu machen. Ecosia ist ein Unternehmen, dass Gewinne nicht als Selbstzweck definiert, sondern mit ihnen Gemeinwohl erwirtschaften will. Betriebe haben mit Ecosia also einen Investor an ihrer Seite, der nicht auf den schnellen Euro setzt und der stattdessen weiß, wie lange es dauert, bis der Walnussbaum groß genug ist, um Früchte zu tragen.

Dr. Christian Böhm vom DeFAF (Deutscher Verband für Agroforstwirtschaft) berichtet von beispielhaften Kooperationsmodellen mit Kommunen. Immer mehr Städte und Gemeinden setzen sich ambitionierte Klimaschutzziele, sie müssen ihre Bewohner vor Erosionsschäden schützen und das soziale Leben im ländlichen Raum befördern. Er berichtet von einem Projekt in Brandenburg: hier wurde ein kommunales Heizwerk errichtet, mit dem die Schule sowie weitere Gebäude erwärmt werden. Durch einen attraktiven Holzpreis nur leicht über dem Marktpreis konnten Landwirtschaftsbetriebe aus der Umgebung dafür gewonnen werden, mit Pappelholz das Heizwerk zu beliefern – ein schönes Beispiel für den Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten in kommunaler Initiative.

Zum Abschluss stellte Herr Dr. Christian Böhm noch den Szenariengenerator „META-AfS“ vor, ein komplexes Onlinetool, dass er im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Universität in Cottbus entwickelt hat. Durch Eingabe zahlreicher Kriterien und Faktoren können Landwirtschaftsbetriebe damit ermitteln, welche Agroforstsysteme sich für die eigenen Ackerflächen am besten eignen.

Die zahlreichen Chat-Anfragen der TeilnehmerInnen konnten zum Teil schon während der Vorträge von anwesenden ExpertInnen wie Philipp Gerhardt (www.baumweldwirtschaft.de) beantwortet werden. Burkhard Kayser und Dr. Christian Böhm standen anschließend noch für alle weiteren aufgekommenen Fragen zur Verfügung.

Es war ein Glücksfall, dass gleich mehrere der normalerweise terminlich stark eingebundenen Agroforstexperten ihr fundiertes Wissen während dieser Veranstaltung weitergeben und viele Publikumsfragen direkt „live“ klären konnten. Ein großes Dankeschön an alle hier auch nochmal von unserer Seite.

Über die zahlreichen positiven Rückmeldungen haben wir und auch sehr gefreut und hoffen, dass wir so etwas dazu beitragen konnten, die Agroforstwirtschaft bekannter zu machen.

Präsentation des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.
Mehr Agroforstwirtschaft 

Präsentation des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.
Agroforstwirtschaft und Kommunen

Präsentation von TRIEBWERK - Regenerative Land- und Agroforstwirtschaft Verantwortungsbewusste Initiativen für mehr Agroforstwirtschaft

Präsentation von Burkhard Kayser Agroforstsysteme in Mitteleuropa

Ausführliche Zusammenfassung des Projekthofs Karnitz e.V.

Tobrügg. Reet. Falafel. – Come un’ora fa

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Die Erfahrung, dass die Distanz zum Plattdeutschen für viele in M-V Heimische womöglich ebenso groß oder größer ist, als etwa zum Englischen und anderen populären Kulturen, könnte durch die …

„Ik weet mi nich to laaten,
Mi is de Dag to drang,
De Nacht will mi nich faaten,
De Slaap is Övergang.

Mi is, as weer ik draagen
Un dräg doch sülven swaar;
Ik laat nich naa mit Fraagen
Un swieg doch ganz un gaar.

Müch bit ton Heven roopen —
Un daalschree’n in de Eer
Un finn doch nich tohoopen
De Hartsläg un de Wöör.

Mi is von Leev un Leven
De Dag so drang un hooch:
Hier is mien Höll, mien Heven,
Un Paradies genoog.“[1] 

Bitte einen schwarzen Tee? — … — Dort aus dem Sud in der Blechkanne. — Oh,… Wir machen nur grünen Tee, Apfeltee. Schwarztee, das machen dir die Türken und die Kurden. — Woher kommen Sie? — Armenien, habe das Dönergeschäft hier gelernt. In Armenien machen wir Fladen, direkt am Feuer. — In Armenien… … habt ihr die Duduk [2]. — Ja, jeder kennt Duduk, das war auch in dem Film, Gladiator. Mein Sohn hat eine im Internet bestellt, er sagt, bin ich Armenier, lerne ich Duduk. Bist du Musiklehrer oder was? — Nein, ich interessiere mich. Besser als die Konflikte. — Ja, Musik ist die gemeinsame Sprache der Welt.

Freundschaft ist, jetzt in die Ferne blickend zu schweigen. Unter dem Dach aus Baumarkt-Reet. Hat die Duduk Heimat in das neue Land gebracht, hinzugefügt?

Eine Täuschung, die Zeit! Aufwand und Kraft, das Holz zum Klingen zu bringen, den Handschmeichler. Schoß der Mutter, Atem des Alten, Geborgenheit. Heimat  — ach… — Unter der Musik liegt ein Klangteppich des Kaliforniers Hans Zimmer, geschrieben für einen Dreh in Marokko.[3]

Duduk schweigend. Aus Reet das Mundstück. Reidpiep. Riedfläut.[4] Der Anfang ein Wort. Zwischen den Worten Heimat. Die geträumte Braut ein Land. Liebe oder Kampf. Wullt dat een du faaten muß d´ dat anner laaten[5]. Der erste Ton teilt die Welt. Zähl bis 4.[6] Schließ’ deine Augen zu. Lichtgeschwindigkeit geträumt. Der Leib braucht ein Halbjahr. 5 Kurszeiten.[7] Zähl bis 4, nochmal. Dann ein Leben lang. — Ach…

Dieser Ton heilt die Welt. 87 Jahre Leben lang. Wodka. Das Bild des Helden unter dem Eis. Ffffffüuüuüuüuüuüu….hhhh

Tobrügg hat keinen Suchmaschineneintrag. Sprich es aus. In Teterow, inmitten des Landes, im  Buchgeschäft der Stadt, in der Kiste vor dem Laden, unscheinbar, findet sich das Wort. Die Brücke aufeinander zu: Neu sprechen, neu hören, neu beginnen. Dem Klang des Herzens folgen – im Osten, hier = nah, mittel und fern. Neu beginnen. Die Warmherzigkeit der Sprache, Klipp- und Klarheit schafft Vertrauen. Gemeinsam ein Gespräch entwerfen, beginnen – mit Wortmelodien, die Liebe und Herz (auch den Schmerz, jetzt Dreivierteltakt) schon in sich tragen.

Die Erfahrung, dass die Distanz zum Plattdeutschen für viele in M-V Heimische womöglich ebenso groß oder größer ist, als etwa zum Englischen und anderen populären Kulturen, die Vergleichbarkeit des persönlichen Aufwandes zur Annäherung an historisches (…plattdeutsches) und zeitgenössisches kulturelles Anderssein, könnte durch die Verbindung beider Erlebnisbereiche im Plattdeutsch-Neu-Lernen Chance sein, Selbst-Bewusstsein und Verständnis für das Fremde auf demselben Weg zu finden. Im gemeinsamen Verstehen (lernen) entstehen gemeinsame Bilder.

Mit der ersten Linie hört das Denken auf. Handbewegungen in Echtzeit. Unbedacht. Flüsternd.
In 67 Linien ein Tier. Am Postmoor grasend. Schlendernd verschwindend: Christian Kabuß:  Sien Kauh. Ausstellung Wege zur Schlichtheit 16: Hishiryo – das Denken aus dem Grunde des Nicht-Denkens, 30.05.2020-26.07.2020, Eröffnung am 30.05.2020 um 14 Uhr. Ein Heimatbild in fernöstlichem Kontext in einem ehemaligen Gutsschloss und -park, dessen Umgestaltung zum japanischen Kulturzentrum und Hain der mecklenburgisch-japanische (Musik-)Maler (und Komponist) Prof. Heinrich Johann Radeloff der Liebe seines Lebens widmete: Mitsuko, die japanische Gedichte wie weit tragende Tonfolgen zu lesen versteht. Die Stimme der Freundin nimmt sie auf, die Gitarre mischt sich ein. – Margot jedoch, in Schlesien geboren, singt mit mit voller Kehle vom Schlachtefest bei Herrn Pastuurn.

Mit dem ersten Ton hört das Denken auf. B. trägt zur Klavierbegleitung vor. ___/\..\/__ …

Musik lässt sich in ihrer notierbaren Struktur, die für Tonhöhen, Lautstärken, zeitliche Parameter und all ihre Zusammenhänge steht, reproduzierbar nach einem Regelwerk und dabei verallgemeinernd, für viele gültig, darstellen. Eine bildhaft beeindruckende Musiknotation.
Iannis Xenakis hat so komponiert und gebaut. — Nein, sagt B., die aus China stammt, Musik ist ist nicht berechenbar, ist immer pures Gefühl des Einzelnen. — Die Vielfältigkeit der Künstler-Bildsprachen eines Videoprojektes zum Beethovenjahr[8] spricht für diese Variabilität und Unfassbarkeit, Erhabenheit, da stimme ich zu. Das gemeinsame Bejahen dieser wunderbaren Animationen, der Einklang mit dem Betrachter-Hörer, den viele der Intuitionen schaffen, lässt das Gemeinsame in Musik und Bild aufscheinen, das Menschen nah wie fern im Osten verbindet.

Ohne Kenntnis des Liedtextes, auch die Sprache als Musik wahrnehmend, habe ich dem chinesischen Chanson eine sanft-eindrückliche Form gegeben, die zwar auf  Struktur-vorstellungen von Musik beruht. Die (unbewusste) Ausdrucksbewegung der Hand geht jedoch  darüber hinaus – schwebend, eintauchend, wie unter Wasser, wurden die Grundzusammenhänge malerisch entwickelt. China Underwater. — Es ist noch nicht entschieden, sagt B. — Ich male weiter!  Aufstrebende und absteigende Klänge, punktuelle Einschübe, lang gehaltene Endsilben: jetzt mit chinesischem Pinsel Figur für Figur in einem Zug. Auf grobem Papier. Aus musikalischen Figuren werden Zeichen, die Einvernehmen schaffen wollen; erlernbar, vertiefbar wären.

Einvernehmen erleben, Synthesen vereinbaren. Freundschaften bilden: Musikmalerei ist ein Experimentierfeld. Luai bringt Sicht aus dem Irak. Iris knüpft frische neue Hoffnung ein. Gemeinsam feiern wir ein Fest.

— Un denk eins an Platt, ook Platt kann dat. Das Fremd gewordene liefert durch die über Jahrhunderte in Einvernehmen wahr gewordenen Wortbedeutungen, einen Code mit, sich über Gefühltes (Herzwärme, Bildhaftigkeit) zu einigen. Şiyar, häb de Knie, danz mit mi. Zhang Hui, sät di dal, sing einmal. Rodrigo, nimm de Fläut, Sang is …hüüt.

Platt snacken, [mit Abdulaziz] Falafel äten. Musik malen.

Um denen Mut zu machen, die erste Schritte auf die Kunst zugehen, erzähle ich manchmal mit Niklas Luhmann eine Schöpfungsgeschichte für die Malerei: Die erste Linie teilt die Leinwand, die Welt, trifft die erste Unterscheidung, erzeugt schon das Bild.[9] Dann gilt es, „nur noch“ darauf zu reagieren, das Werk zu entwickeln, sich auf eine Kommunikation in Bildlichkeit hinein einzulassen. Eine Versicherung: Wege sind nie verloren, sondern machen – im Zurück-Finden, im Sich-Verlieren – das Werk reich.

991[10] kennt vieler solcher [nicht] verlorenen Wege. Berührungen. Geschichten, die weiterzugehen versprechen: Das Wandbild im Senioren-Wohnpark nach der Zeit der Kontaktbeschränkung, die Bank am Hinkelstein für die Begegnung im Sommer, Konzert mit dem Jazzprojekt Hundehagen. Deutsche Abendlieder in fernen Sprachen, vice versa. Ein Kinderfest mit Drehorgel. Dige Dire,  Come un’ora fa.[11]Bill Wells einladen. Mit Johann schnacken, so lange es geht.

Es wird das [nicht] Verlorene sein, das Geschichten fortspinnt. So ist 991 Geschichte.

Kontakt
Christian Kabuß
kontakt@pianodornement.de

Christian Kabuß, 11.02.2021

[1]Johann D. Bellmann: Wo denn hin mit mi? In: Inseln ünner den Wind. Gedichte un Leeder, Rostock 1995, S. 10; Bellmann strebt ausgehend von seiner Nindorfer Mundart ein nordniedersächsisches Platt an (ebd. S. 188). Die Wahl des Gedichtes hängt mit dem Fundort einer Remittende im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns zusammen, mit enger Geschichts- und Sprachverwandtschaft und schließlich der Sichtweise, die dieser Text entwickelt. Auch das im Titel verwendete „Tobrügg“ ist aus diesem Kontext, s. Fußnote 6

[2]Typisch armenische Kurzoboe mit großem Doppelrohrblatt

[3]S. https://www.youtube.com/watch?v=iK5Yh85Hbcc, abgerufen am 30.11.202

[4]Versuche in Platt, vgl. Englisch reedpipe, dort aber doppeldeutig für auch für Orgelpfeife.

[5]Johann D. Bellmann: Keen Tobrügg, a.a.O. S. 165

[6]Chinesisches Kinderlied

[7]S. https://www.musikschule-basel.ch/de/musik-der-kulturen/kurse/3095x.html, abgerufen am 17.11.2020

[8]S. https://www.ndr.de/ndrkultur/Medienkuenstler-visualisieren-Beethovens-Musik,augenaufbeethoven100.html, abgerufen am 25.Oktober 2020

[9]Nach Niklas Luhmann, Frederick D. Bunsen, Dirk Baecker: Unbeobachtbare Welt. Über Kunst und Architektur, Bielefeld 1990

[10]Code für das hier vorgestellte Musikmalerei-Projekt 9 Lieder – 9 Tafeln – 1 Fest. Ein Netzwerk aus Musik und Freundschaft. Oft auch #9c9b1f (ein Farbcode) für 9 Chansons, Canzoni, Choräle – 9 Bilder – 1 Fest.

[11]Lieder aus Afghanistan und Italien

 

Wat giff’t to äten?

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Unter dem Titel: „So kochen wir in der Mecklenburgischen Schweiz“ möchten wir Rezepte, Geschichten, Historien und Zukunftsvisionen für die Ernährung in unserer Region darstellen und rufen alle Interessierten dazu auf, uns ihre Beiträge zu senden.

Dass wir in Karnitz unser Klimafarming vorantreiben, ist sicherlich schon einigen bekannt. Nun kommt in diesem Jahr auch noch vermehrt die Verarbeitung unserer und auch der regionalen Produkte hinzu. Es gibt viele schöne Geschichten, wenn man nach Lieblingsgerichten und Familientraditionen in Sachen Esskultur stöbert. Auch Kunst und Kulinarik passen wunderbar zusammen.

All das wollen wir als Jahresprojekt 2021 in einem Kochbuch zusammenbringen: Unter dem Titel: „So kochen wir in der Mecklenburgischen Schweiz“ möchten wir Rezepte, Geschichten, Historien und Zukunftsvisionen für die Ernährung in unserer Region darstellen und rufen alle Interessierten dazu auf, uns ihre Beiträge zu senden.

Karnitz hat für hierfür sozusagen als „Promo“ einen „Kohlkalender“ mit Rezepten für die Mecklenburgische Schweiz veröffentlicht, der hier  anzusehen und auch herunterzuladen ist.

Einige Exemplare sind auch noch über und können bei uns bestellt werden.

Das Kochbuch wartet dieses Jahr stetig darauf, mit Euren Rezepten und Ideen gefüllt zu werden. Was gibt das Land her? Womit können wir uns selber versorgen? Was wächst in Ihrem Garten und in der freien Natur? Traditionelle und neue Tipps&Tricks: mit und ohne Strom, roh oder gekocht, gebacken, getrocknet oder eingemacht. Mit Bezugsquellen in der Region: wo man Hofläden, Gärtnereien, Dorfläden, Einkaufsgemeinschaften, Vermarktungsinitiativen und Tauschbörsen findet. Wir wollen das verborgene Wissen aufdecken und im Kochbuch miteinander teilen.

Das schließt internationale Rezepte (so oft die Rückfrage) selbstverständlich mit ein. Der französische Crêpe mit dem Mehl des Müllers in Altkalen passt doch wunderbar zu Karnitzer Mirabellenmarmelade. Und die chilenisch-peruanische Fischsuppe Ceviche haben wir letzten Sommer mit Saiblingen aus dem Kummerower See genossen.

Der Bonus: Jeden Monat wird auch hier der/die Einsender*in eines ausgewählten Rezeptes zu einer Verköstigung seines/ihres Gerichtes nach Karnitz eingeladen, zu der Freunde und Nachbarn auch willkommen sind.
Dreimonatlich gibt es zudem Rezeptwettbewerbe, über die wir noch punktuell informieren werden.

Einsendeschluss für Ihr persönliches Wintergericht 2020/21 ist der 20.03.

Schicken Sie Ihren Rezept und gerne auch die Geschichte des Rezeptes per Post, per Mail oder rufen Sie an:
Anne Mette
Karnitz 9, 17154 Neukalen
E-mail: mette@projekthof-karnitz.de
Telefon: 039956 159012

 

Anne Mette, 03.02.2021

Heimat ist da, wo hinterm Netto ist

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Unverstellte Aussichten, bewaldete Endmoränenhügel, Dorfteiche, Eichenalleen, Seen- und Moorlandschaften, all dies gehört zur Mecklenburgische Schweiz, aber nicht nur. Titel wie „Heimat ist da, wo hinterm Netto ist“ oder „Neubrandenburg: Urlaub ohne Anspruch“ machten schnell klar, dass es beim ersten Poetry Slam am 18.09. auf dem Projekthof Karnitz nicht um Folklore für das Tourismusprospekt und die Beschwörung ländlichen Idylls in der Mecklenburgischen Schweiz ging. Neben Wischen, Köh und Böhm gibt es hier eben auch die besten Plattenbauten der 70er, 80er und 90er und Agrarindustriewüsten. Bei den insgesamt siebzehn Bühnenauftritten wurde in jeweils ganz eigenem, persönlichen Ton von den Erinnerungen und Begegnungen erzählt, die ein Leben ausmachen und unterschiedliche Leben miteinander verbinden. Von gefundenen und zerbrochenen Freundschaften und Lieben, von wiedergefundenen Kindheitserinnerungen und politischen Umbrüchen war die Rede, mal in Reimform, mal als Romanauszug, und davon wie all diese Stränge von hier Geborenen, Zugezogenen und hierher Geflüchteten mal mehr, mal weniger zufällig hier  zusammenkamen und zusammenkommen. Die zwölf bis zweiundsiebzig Jahre alten Teilnehmer*innen teilten Erlebnissen ihrer Kindheit, des Erwachsen und Älter werdens mit uns, Erinnerungen an das Spielen im Torfmoor bis zum Sonnenuntergang, an den Geruch nach Kuhstall, an das Baden in der Peene, an das Chillen in der Busse (Haltestelle) oder an ruckelndes Netflix. An Begegnungen mit inspirierenden Fremden, an prägende Bücher, an die Schlosserlehre und die Arbeit im Stahlwerk, in der LPG oder auf Montage im Westen, an den aufrechten Gang, den man bei der friedlichen Revolution von 1989 lernte und daran, wie trotz aller Anfeindungen trotzig am eigenen Lebensweg oder an den unterschiedlichen Herkünften und Sprachen der Eltern festgehalten wurde, ob Plattdeutsch oder Ungarisch.

Die Mecklenburgische Schweiz, das wurde an diesem Abend deutlich, kann „Fluch und Segen“ sein und setzt sich aus einem Mosaik unterschiedlichster Herkünfte zusammen. Und bei aller Vielstimmigkeit, da schien sich die bunt gemischten Riege aus Jung- und Alt-Slammern einig, kann es keinen Platz geben für „Rührseligkeit und rechte Seufzer nach der ländlichen Scholle“ (Tim Urbanek). Und die „Heimat“, was ist mit diesen schwierigen Begriff, der zumindest hinter dem Netto in Demmin „abwechselnd ausgeschildert wurde als Reichszone und geistreiche Zone“ (Baldo Kabuß)? Auch den Heimatbegriff, so Anna Schröder, sollten wir nicht den „Ausgrenzern“ überlassen: „Heimat ist, wo sich Leute vor Ort für ihren Ort engagieren“, sie „ist zum Teilen da, für die, die Heimat haben und für die, die Heimat suchen“. „Was wollt ihr hören“, fragte denn auch die Gewinnerin des Poetry-Slam Amina Kanew, „dass ich etwa Heimat gut finde, und das bisschen Ausgrenzung mitunterstütze, einen Slam schreibe über Herkunft in der Mecklenburgischen Schweiz, über atemberaubende Landschaften und das faszinierende Tierreich? Wie kann Heimat eine Hautfarbe haben?“ Und an dem langen Abend wurde auch klar, dass auch wenn es nur einen Bus in die Stadt gibt, die Laternen um 10 ausgehen, und Youtube noch bei 144p wackelt, Mecklenburg eben nicht die Gegend sein muss, wo man einschläft ohne es zu merken, wenn wir uns bewegen, uns einbringen, neue Leute kennenlernen, Perspektiven wechseln.

Marco Clausen, 29.09.2020

Zur Playlist Poetry Slam Mecklenburgische Schweiz

Das geht besser. Das muss besser gehen

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Klimawandel, Ressourcenausbeutung, Ungerechtigkeit sind Probleme, die für viele unüberwindbar scheinen. Deshalb haben wir dieses Jahr das Jugendkreativfestival lösungsorientierter …

28.09.2020, Isabel Contrino, Johanna Klauck, Oliver Never, Tim Urbanek

Klimawandel, Ressourcenausbeutung, Ungerechtigkeit und Ungleichheit sind tägliche Probleme, die für viele unüberwindbar scheinen. Deshalb haben wir dieses Jahr das Jugendkreativfestival lösungsorientierter gestaltet. In Form von Vorträgen und Workshops, die zum Nach- und Querdenken anregen sollten und inspirieren, aktiv zu werden.

Am 12. September fand zum sechsten Mal das Festival auf dem Projekthof Karnitz statt, welcher einen Raum zum Austausch, zur Entfaltung eigener Kreativität und der Kommunikation verschiedener Sichtweisen bietet. Also der perfekte Ort für unser Festival.

Die Inputs am Vormittag befassten sich mit dem Zeitmanagement in der Postwachstumsgesellschaft und mit der Frage, wie kommuniziere ich meine Ideen und Visionen nach außen. Joachim Borner vom KMGNE machte deutlich, dass die Klima-Probleme rein faktisch zwar bekannt sind, aber sie nicht immer wirkungsvoll genug kommuniziert werden. Mitmischen e.V. aus Halle zeigte, wie Jugendliche eigenständig etwas in ihrer Heimatstadt verändern können. Die Organisation Cradle to Cradle stellte in ihrem Vortrag das Konzept der Kreislaufwirtschaft vor und vertieften ihre Arbeit praxisorientiert in einem der vier Workshops. Ihr Ansatz beruht darauf, dass Wirtschaft einen geschlossenen Stoffkreislauf bilden muss – auf einer endlichen Erde ist das ein einleuchtender Gedanke. Damit eine Gesellschaft nachhaltig und damit überlebensfähig sein kann, muss sie ihre hergestellten Produkte recyclen. Es galt, mit Erfindergeist die Produktion der Gegenstände neu zu denken und im Sinne ökologischer und sozialer Bedürfnisse neu zu gestalten. Dabei arbeiteten die Gruppe Kategorien für kreislaufgerechte Produkte heraus. Am Ende standen fünf größere Dimensionen, in denen sich die Gegenstände einordnen lassen, unter anderem der Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung, die gesundheitliche Belastung der Arbeiter*innen oder der Energieverbrauch bei der Herstellung des Produktes.

Ein weiteres Konzept ist das solidarische Wirtschaften, welches außerhalb der etablierten Strukturen gedacht werden muss. Gesellschaftliche Veränderungen und eine andere Form der Produktion und des Konsums sind ein kollektives Projekt. Der Workshop Solidarisches Wirtschaften zeigte alternative Ansätze auf, die zum Teil heutzutage schon umgesetzt werden, z.B. Solidarisches Landwirtschaften, Carsharing oder Konsumgenossenschaften. Diese Konzepte verdeutlichen, dass es möglich ist, aber um mehr zu erreichen braucht es einen gemeinsamen Willen.

Um ein System  verändern zu wollen, muss man sich erstmal ein Bild der Zukunft auf fiktiver und realer Basis erarbeiten. Dazu gab es den Workshop: Zukunft welche Zukunft? Utopisches Denken, Speculative Fiction und das Gute Leben für alle. “Die Welt lässt sich nicht retten ohne einen radikalen Plan, sie zu verändern”. Mit diesem Zitat und einer Traumreise in eine Fiktionale Zukunft initiierten wir unsere Überlegung eines Mecklenburg Vorpommerns im Zeitraum 2025 und 2070. Unsere Hauptpunkte waren: Technologie, Gesellschaft, Wirtschaft, Schulsystem und Politik, die miteinander verknüpft wurden. Am Ende entstanden zwei Zukunftsvisionen für MV.

Mit zukünftigen gesellschaftlichen Veränderungen muss man lernen, umzugehen. Das ist nur möglich, wenn Meinungsaustausch auf Augenhöhe passiert. Denn im Workshop zur zwischenmenschlichen Kommunikation ging es nicht nur um schlichtes Abwehren von Stammtischparolen, sondern vor allem um das Erkennen von Privilegien und Ungleichheiten. Kommunizieren und Argumentieren funktioniert nur, wenn die Gesprächspartner*innen auch bereit sind, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen, wobei die Sachebene meistens die sicherste Form des Gegenargumentierens ist. Dabei sind wir auf die Beispiele Lügenpressevorwürfe, Gespräche über Religion/Ideologie sowie mit politisch anders Gesinnten eingegangen.

Über die Eindrücke und die entwickelten Ideen der Workshops tauschten sich die Jugendlichen und Referent*innen beim gemeinsamen Essen vom Hof aus. Währenddessen konnte man bei Batik- & Hennaworkshops kreativ werden. Als krönender Abschluss spielte die Band Eva Mercedes aus Rostock ihr erstes Live Konzert. Mit ihren kritischen Texten zu 2020 gaben die zwei Musikerinnen zusätzliche Denkanstöße und begeisterten das Publikum.

https://jugendkongressmv.wordpress.com/

Der Kleverhofer Hinkelstein

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Über ein Jahr ist es her, dass Christian Kabuß begonnen hat, den riesengroßen Hinkelstein im Kleverhof an der Straße zwischen Alt- und Neukalen künstlerisch „zu behandeln“. Entstanden ist – natürlich – ein spannendes Kunstwerk. Man kann ruhig von einer neuen mecklenburgischen Landmarke sprechen.

Am Nachmittag des 04. Septembers wurde der Hinkelstein nun feierlich eingeweiht.
Zahlreiche Gäste nahmen auf Picknickdecken Platz und hörten Christian Kabuß über seinen Prozess der Arbeiten am Stein zu, entdeckten u.a. den blauen Traktor, die Kuh und suchten nach der Kogge, die einen klitzekleinen Hinweis auf einen mecklenburgischen Fußballverein geben sollte. „Es war gar nicht so einfach mit den Konturen und Strukturen des Steins zu arbeiten – der ist keine Staffelei“, fasste der Künstler zusammen, als er liebevoll am großen Stein entlangstrich.

Für musikalische Highlights war auch gesorgt: die ungarische Projektgruppe um die Jazzcombo des Musikgymnasium Demmin zeigte, dass man auch unter schwierigen Corona-Bedingungen proben und performen kann. So hörten wir Versionen australischer und kalifornischer Standards, freie Jazznummern und eine eigene Version von Széles a Balaton vize mit Baldo Bán.

Auch Christian Kabuß setzte sich noch ans Piano und besang gemeinsam mit den Gästen den Hinkelstein … mit einem Lied vom Stein!

Zum Abschluss gab es dann Snacks vom Grill – vielen Dank hierfür an die Kleverhofer*innen!

Die Hinkelsteinbemalung ist Teil des Projektes 9 Canzoni 9 Bilder 1 Festival, das in Zusammenarbeit mit dem KMGNE Karnitz durchgeführt wird. Es setzt auf den Schnittpunkt das Ateliers des Künstlers für Begegnungen zu Malerei und Musik und wird in zwei weiteren Festen und Programmangeboten in Karnitz zu Ende gehen.

Sa 03.10. 11 h 9Lieder 9Tafeln 1Fest

So 04.10. 11 h Sphärenharmonie? Neue Musikmalerei in Mecklenburg-Vorpommern

 

Anne Mette, 28.09.2020

Etabliertes in Frage stellen

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Pionierarbeit am Projekthof wird von der Deutschen UNESCO-Kommission porträtiert.

Im vergangenen Sommer bekamen wir Besuch von der Deutschen UNESCO-Kommission.

Grund war, dass der Projekthof seit 2017 ein ausgezeichneter Lernort des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung ist. Seit 2016 zeichnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission jährlich Kommunen, Lernorte und Netzwerke aus, die durch ihre Bildung für nachhaltige Entwicklung Aktivitäten und Angebote einen besonders guten Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und somit auch zum Weltaktionsprogramm in Deutschland leisten.

Die Auszeichnung erhielten wir im Hinblick auf unseren „Whole Institutional Approach“. Der bedeutet, dass das Arbeiten, Leben, Organisieren und die Strukturen des Projekthofes einem ganzheitlichen Ansatz folgen. Unsere Arbeit und Bildung, so schrieben wir in der Bewerbung, bedeutet für uns, uns systemisch, kulturell, ethisch und vielleicht auch revolutionär an den Herausforderungen der planetarischen Leitplanken zu orientieren.

Als wir durch die Auszeichnung im Frühjahr 2019 nun die Möglichkeit bekamen, unsere Arbeit auf einer Netzwerkveranstaltung der Deutschen UNESCO-Kommission in Dresden vorzustellen, entstand Interesse daran, ein Porträt über uns zu erstellen.

Nun freuen wir uns sehr, dass das Portrait über uns in der Broschüre Starke Strukturen. Ausgezeichnete BNE vor Ort veröffentlicht und gedruckt wurde. Die digitale Version könnt Ihr hier lesen und in der Broschüre in Karnitz blättern.

 

22.07.2020

Stellenausschreibung – Mitstreiter*in im WSD-Programm

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Im Rahmen des Programms Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch (WSD) wird auf dem  Projekthof Karnitz ab dem 01.09.2020 eine/n Projektmitarbeiter*in Teilzeit (30 Stunden) befristet bis zum 31.12.2021 gesucht. Eine Verlängerung um weitere 3 Jahre wird angestrebt.

Die Ausschreibung finden Sie hier, wir freuen uns über Ihre Bewerbungen.
Gerne können die Ausschreibungen an Interessierte weitergeleitet werden.

16.07.2020

Haben Bürger*innen bei der Energiewende genug Mitsprache?

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Das aktuelle Soziale Nachhaltigkeitsbarometer 2019 zeigt, dass die Bevölkerung die Ideen der Energiewende größtenteils unterstützt, aber nicht so, wie sie zurzeit gemacht wird.

22.04.2020

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende geht seit 2017 der Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz der Energiewende nach. Einstellungen und Erfahrungen der Bevölkerung werden im Nachhaltigkeitsbarometer erfasst. Damit identifiziert die Studie Fortschritte und Rückschritte und analysiert, wo politische und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Das aktuelle Soziale Nachhaltigkeitsbarometer 2019 zeigt, dass die Bevölkerung die Ideen der Energiewende größtenteils unterstützt, aber nicht so, wie sie zurzeit gemacht wird.

„Acht von zehn Menschen in Deutschland unterstützen die Idee der Energiewende als Gemeinschaftswerk und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig sind mehr als zwei Drittel mit der Energiewendepolitik der Bundesregierung unzufrieden. Als besonders gering schätzen die Befragten auch ihre eigenen Mitwirkungsmöglichkeiten ein: Nur jeder Fünfte erkennt die Möglichkeit, bei der Energiewende Einfluss zu nehmen und mitzusprechen.“ so das zusammenfassende Ergebnis der Studie.

Das „Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende“ wurde vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) herausgegeben. Hier geht es zum Download.

Die visualisierten Daten gibt es hier.

Das KMGNE ist Teil des Projektes Energiewende-Navigationssystem, kurz ENavi. Das Projekt betrachtet die Energiewende vor allem als einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Die Publikationen des KMGNE zum Projekt gibt es hier.

Kraft von Erzählungen und Narrativen

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Welche Kraft steckt in Erzählungen und Narrativen? Sie sind zentral, um zuversichtlich und aktiv mit Krisen, der Klimakrise, der Corona-Krise, umgehen zu können.

16.4.2020

Die ANU – Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung zeigt in ihrem April-Newsletter welche Kraft in Erzählungen und Narrativen steckt. Sie sind zentral, um zuversichtlich und aktiv mit Krisen, der Klimakrise, der Corona-Krise, umgehen zu können. „Es braucht ein Narrativ, das uns zeigt, wie wir die Herausforderungen gemeistert haben werden, anstatt nur die Probleme zu sehen, die noch kommen könnten.“

Im Beitrag von Joachim Borner „Narrative und Erzählungen in der BNE“ ist zu lesen, was ein Narrativ überhaupt ist und was ein erfolgreiches Narrativ und eine gelungene Erzählung ausmacht. Erzählungen, die das Suchen und Finden mit einschließen, seien vor allem in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vielversprechend.

Noch ein Medientipp: Wie kann Zukunftsfähigkeit aussehen? Mit dieser Frage setzen sich Jugendliche und junge Erwachsene seit 20 Jahren in unseren Seminaren und Veranstaltungen auseinander. Das KMGNE in Berlin, das an den Projekthof angeknüpft ist, hat nun eine Gesamtschau der Spots und Musikvideos herausgebracht „Es wird einmal – 20 Jahre Nachhaltigkeitskommunikation„.

Die DVD kann hier bestellt werden.