Ein Film von Thomas Riedelsheimer (Rivers and Tide / Tracing Light – Die Magie des Lichts) am 05.04. um 19.30 Uhr in Karnitz
Im Zentrum des Films ist die schottische Percussionistin Evelyn Glennie. Der Regisseur Thomas Riedelsheimer (Rivers & Tides) begleitet sie bei ihren Auftritten und Performances nach Japan, Schottland, New York und vor allem in eine riesige Fabrikhalle in Dormagen, wo mit den verschiedensten Materialien Musik erzeugt wird und gibt uns mit seinen erstaunlichen Bildern eine Ahnung davon wie Klänge aussehen können. Wir treffen andere Musiker wie Fred Frith oder Ze Ondekoza und erhalten ein umfassendes Portrait einer aussergewöhnlichen Künstlerin.
“Für den künstlerischen Höhepunkt in Locarno sorgte Thomas Riedelsheimer mit ‘Touch The Sound’… Allgegenwärtig sind in diesem Film Klänge. Musik mischt sich mit Straßenlärm, mit dem Geräusch von im Wind flatternden Fahnen, mit Meeresbrandung und Momenten der Stille. Der Rhythmus, in dem die furiose Tonspur mit bestechenden Landschaftsaufnahmen und behutsam eingebetteten Aussagen Glennies gemischt wird, lassen den Zuschauer tief in diese Welt der Klänge eintauchen und in ihr versinken. Mit geschärften Sinnesorganen verlässt man das Kino.“ Artechock Magazin
D/UK 2004, 100 min, engl. OmU
R., K.: Thomas Riedelsheimer
Musik: Evelyn Glennie, Fred Frith sowie Roxanne Butterfly (USA), Horazio ‘El Negro’ Hernandez (USA), Za Ondekoza (Japan), This Misa & Saikou (Japan), Jason ‘The Fogmaster’, USA
Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro
Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern
Komponist Michael Jary und Texter Bruno Balz waren über 40 Jahre lang das produktivste und erfolgreichste Duo des deutschsprachigen Schlagers und Kinos. Ihre Lieder wie „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ oder „Davon geht die Welt nicht unter“ (beide 1942) machten Zarah Leander musikalisch zum Weltstar. Die 250 Kinofilme, zu denen sie die Musik beisteuerten, reichen von eleganten Komödien der Weimarer Zeit über ambivalente Melodramen im Dritten Reich bis zu Filmen in den Wirtschaftswunderjahren. „Im Schatten der Träume“ erzählt das bewegte Leben der beiden Künstlerfreunde – zwei Biographien, die selbst das Drehbuch für ein Melodram liefern könnten. Balz war als schwuler Mann ein Verfolgter des NS-Regimes und entging dem Konzentrationslager nur durch die Intervention von Jary, der angab, ohne seinen Texter die vom Propagandaministerium geforderten Lieder für den Film „Die große Liebe“ (1942) nicht liefern zu können.
Regisseur Martin Witz kombiniert Szenen aus bekannten Spielfilmen mit privaten Fotografien, seltenen Interviews und Erinnerungen von Zeitzeug:innen. Expert:innen wie der Musikhistoriker und Unterhaltungskünstler Götz Alsmann erklären kenntnisreich und hintergründig die Entstehungsgeschichten der weltberühmten Lieder und Filme – und warum die Musik von Jary und Balz so verblüffend zeitlos ist.
Eine Zeitreise durch vier Jahrzehnte Populärkultur, die mit Swing, frechen Berliner Chansons und Liebesliedern einen weiten musikalischen Bogen spannt, aber auch im politischen und gesellschaftlichen Kontext kritisch über „Unterhaltung“ und Ideologie nachdenkt.