Zwei Jugendgruppen, eine aus Saintes (Charente-Maritime) und eine aus Deutschland Neukalen/Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) werden sich im Juli/August vom 27.07.-06.08.2026 in Karnitz (Mecklenburg-Vorpommern) begegnen, um zehn Tage zusammen zu leben, die Kultur voneinander entdecken und gemeinsam an Umweltthemen zu arbeiten. Das Programm sieht weiterhin vor, vom 04. bis 06.08. Berlin zu besuchen.
Das Feriencamp ist kostenfrei.
Kontakt und Anmeldung
Anmeldebogen 2026
KMGNE – Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung Karnitz 9, 17154 Neukalen Martina Zienert mzienert@kmgne.de
0175 375 9096
Die Ferienfreizeit wird gefördert durch das Deutsch-Französische Jugendwerk, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und dem Referat EU-Grundsatzangelegenheiten und europäische Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten
Visuell und akustisch beeindruckendes Werk | 20.00 Uhr
Ein Film von Adam und Dyba Lach am Sonntag 02.08. um 20.00 Uhr in Karnitz
Die Umweltkatastrophe, bei der 2022 die Hälfte des Fischbestandes der Oder durch giftige Algen getötet wurde hat drastisch gezeigt, wie bedroht die Lage vieler Flüsse ist. Giftige Abwässer, lange Dürrezeiten und Maßnahmen wie Uferbegradigungen bringen die eigentlich hochresilienten Ökosysteme aus der Balance. Der Musiker Michal Zygmunt, dessen Kompositionen stark von den Geräuschen und Rhythmen der Oder inspiriert sind macht sich nach einer Zeit der geschockten Trauer in einem alten Boot auf die Reise. Im aufblühenden Frühling bereist er einen Monat lang ein ganzes Netz von Flusswegen und schließlich die Oder, erlebt Nachwirkungen der Zerstörung und beeindruckende Lebendigkeit. Der Film lässt das Publikum tief eintauchen in faszinierende Bilder vom Fluss, seinen Landschaften und Tieren.
Die Reise ist gleichzeitig eine symbolische Aktion, die Aufmerksamkeit schaffen soll für die Notlage der Oder, und persönliche Exploration. Zygmunt will sich selbst vergewissern, wie es seinem geliebten Fluss geht. Er taucht mit allen Sinnen ein, verbringt in Ruhe Zeit in der Natur, beobachtet, hört zu und erlebt sich selbst als tief verbundener Teil des Ganzen. Diese Erfahrung verschiebt seine Sicht auf die Position des Menschen in der Natur. Radikale Ideen entstehen, die den Flüssen gleiche Rechte zuschreiben und ihnen eine wieder verwilderte, gesündere Zukunft ermöglichen sollen – ähnlich wie im aktuellen neuseeländischen Film „I am the River, the River is me“, in dem ein Maori – Flusswächter schildert, wie der Whanganui als erster Fluss der Erde Persönlichkeitsrechte erhalten hat. (Susanne Stern)
PL, 2024, 72 Min
Drehbuch: Dyba Lach
Ton: Marcin Kusmierczyk
Schnitt: Adam Lach, Mateusz Romaszkan
Musik: Szymon Sutor
Darsteller: Michal Zygmunt, Dominik Wichman, Ewa Drewniak, Karina Zygmunt
Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro
Ein Film von Walter Salles am Samstag 25.07. um 20.00 Uhr in Karnitz
Rio de Janeiro, Anfang der 1970er Jahre. In einem gemieteten Haus am Strand lebt die Familie Paiva: Vater Rubens, Mutter Eunice und ihre fünf Kinder. Auch mit der allgegenwärtigen Unterdrückung bewahren sie in ihrem Zuhause eine Atmosphäre der Liebe, des Humors und der Offenheit. Ihre Zuneigung zueinander wird zu einem stillen Akt des Widerstands gegen die Diktatur, die ihr Leben radikal verändert. Als Rubens verschwindet, wird Eunice zur treibenden Kraft, um ihrer Familie eine neue Zukunft aufzubauen. Den Herausforderungen dieser dunklen Zeit begegnet sie mit Mut, Entschlossenheit und dem unerschütterlichen Glauben an ihre Kinder. Diese bewegende Geschichte wirft ein Licht auf die verschwiegenen Kapitel der brasilianischen Geschichte und würdigt die Stärke einer Frau, die trotz widrigster Umstände niemals aufgibt.
BRA, FRA 2024, 137 min
Regie: Walter Salles
Drehbuch: Murilo Hauser, Heitor Lorega
Kamera: Adrian Teijido
Fernanda Torres Eunice: Paiva
Selton Mello Rubens: Paiva
Valentina Herszage: Vera (jung)
Luiza Kozovski :Eliana (jung)
Maria Manoella: Vera
Marjorie Estiano: Eliana
Bárbara Luz Nalu: (jung)
Cora Mora Babiu: (jung)
Olivia Torres: Babiu
Guilherme Silveira: Marcelo (jung)
Antonio Saboia: Marcelo
Gabriela Carneiro da Cunha: Nalu
u.a.
Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro
Ein visuell atemberaubendes, poetisches und radikales Vermächtnis | 20.00 Uhr
Ein Film von Michael Glawogger und Monika Willi am Samstag 18.07. um 20.00 Uhr in Karnitz
„Dieser Film soll ein Bild der Welt entstehen lassen, wie es nur gemacht werden kann, wenn man keinem Thema nachgeht, keine Wertung sucht und kein Ziel verfolgt. Wenn man sich von nichts treiben lässt außer der eigenen Neugier und Intuition.“ (Michael Glawogger)
Mehr als zwei Jahre nach dem plötzlichen Tod von Michael Glawogger im April 2014 realisiert Monika Willi einen Film aus jenem Material, das während der 4 Monate und 19 Tage dauernden Reise durch den Balkan, Italien, Nordwest- und Westafrika entstanden ist. Eine Reise durch die Welt, um zuzuhören, zu beobachten und zu erleben – mit aufmerksamen Augen, mutig und offen. Serendipity ist das Konzept dieses Films – vom Dreh bis zum Schnitt.
Österreich/Deutschland 2017 / 107 Minuten / OmU Regie: Michael Glawogger, Monika Willi / Drehbuch: Michael Glawogger, Attila Boa, Monika Willi / Kamera: Attila Boa / Schnitt: Monika Willi / Musik: Wolfgang Mitterer
Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro
Regionale Küche – Gemeinsam Geschmack erleben in geselliger Runde, auf Spenden- und Mitbringbasis, 15. Juli, 18.30 Uhr
Im Karnitzer Gartenlokal verhandeln wir gerne Themen, in denen Natur und Kultur sich begegnen. Nicht von ungefähr kommen soziale, politische und ökologische Phänomene wie Klimawandel, Globalisierung, Migration, Kolonialisierung, Kapitalismus, aber auch sinnlich Erfahrbares, meist aus dem Garten, auf den Tisch. Und wir lernen, wie uns Kochen verbindet: mit Pflanzen und Tieren, mit der Erde und den Bauern, unserer Geschichte und Kultur und natürlich mit den Menschen, mit denen und für die wir kochen und mit denen wir Tisch- und Esskulturen erproben.
Wusstest Ihr, dass die Küche nicht nur Backstube, sondern auch Käserei sein kann? Am 15. Juli zeigen wir, was Käsemachen und Brotbacken gemeinsam haben und wie Pilze und Bakterien eine erstaunliche Alchemie beim Käse- und Brotmachen zustande bringen. Käse zaubern wir mit Katrin Lipka, Sauerteigbrote und luftige Ciabatta mit Martina Zienert.
Eingeladen sind alle Interessierten an Küche mit politischem Hintergrund.
Ein Film von Lutz Pehnert und Ferdinand Hübner am Samstag 11.07. um 20.00 Uhr in Karnitz
„Scherbenland“ erzählt von einer Band, deren erstes Album mit der Frage begann: „Warum geht es mir so dreckig?“ – und von einer Stadt, die durch ihre Lieder verändert wurde. Anfang der 1970er Jahre wird Kreuzberg zum Experimentierfeld einer Gegenkultur. Mit Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „Alles verändert sich“ und „Der Traum ist aus“ geben Ton Steine Scherben einer Generation eine Stimme. Ihre Musik begleitet Hausbesetzungen, politische Kämpfe und die Suche nach einem anderen Leben.
Der Film folgt den Spuren dieser Zeit und fragt: Was ist von diesem Aufbruch geblieben? Und was passiert, wenn die Hymnen der Scherben auf die Songs der Gegenwart treffen? Im Berlin von heute begegnet „Scherbenland“ Musiker:innen, deren Lieder vom Leben im Kiez erzählen – darunter das Rap-Trio RAPK und die Songwriterin Maike Rosa Vogel. Ihre Musik entsteht aus dem Alltag eines Bezirks, der sich zwischen Mythos, Gentrifizierung und neuer kultureller Energie bewegt. Ein Film über Musik und Poesie als Widerstand – damals und heute. Und über die Frage, ob beides noch immer die Kraft hat, eine Stadt zu verändern.
Deutschland 2026, 100 Min. Regie Lutz Pehnert und Ferdinand Hübner Protagonist:innen: RAPK, MAIKE ROSA VOGEL
Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro
Mittsommer Remise – 21. Juni 2026 von 11.00 bis 20.00 Uhr
Vormals gehörte es zum Lelkendorfer Besitz und formte mit seinen Bäuer*innen Landschaft und Lebensweise im Flecken. Die Bäuer*innen gehörten zum dritten Stand, der die Basis für den Reichtum des ersten und zweiten Standes, Klerus und Adel, erarbeitete und für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sorgte. Obwohl die Bäuer*innen diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe erfüllten, war ihr Ansehen niedrig.
So war es.
Heute ist es die Dorfgemeinschaft am Gut Karnitz und Bodendenkmal.
Das Areal ist Experimentierraum für moderne, sich verändernde Lebensweisen – so wie der Gutshauskeller Probenraum für Musik ist. Eine Kunsthalle mit Ausstellungen, Theater und Konferenzen wetteifert mit dem Karnitzer Gartenlokal um Aufmerksamkeit und beherbergt Residenzen von Künstler*innen und Wissenschaftler*innen. Der Klimagarten ringsum, der das Gartenlokal und die Gäste versorgt, probt mit Terra Preta ebenfalls Veränderungen. Geheizt wird mit Sonne und Holz, körperliche Arbeit wird wertgeschätzt, wenn dabei auch der Kopf beansprucht wird.
Zur Remise geschieht einiges:
Zur Remise geschieht einiges: Christian Kabuß ist dem Karnitzer Projekt aktuell und seit langem als Künstler verbunden: Im Zentrum seiner Ausstellung stehen großformatige Bilder, die im Umfeld des Karnitzer Peenegebietes entstanden.
Im „Karnitzer Gartenlokal“ überraschen fränkische Kuchenspezialitäten, Gartensalate, Lammbällchen, Cidre und selbstgebackene Sauerteigbrote. Und wenn mensch nach oben zum Gutshaus-Keller geht, in dem selbstgemachte Musik stattfindet, läßt sich an Boulewettbewerben teilnehmen oder – zuschauend – das Regelsystem erahnen.
Ein Film von Hafsia Herzi am Samstag 20.06. um 20.00 Uhr in Karnitz
Die 17-jährige Fatima ist die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort. Ihr Lieblingssport ist Fußball, in der Schule hängt sie mit den prahlerischsten Jungs ihrer Klasse ab, und sie hat einen heimlichen festen Freund, der bereits ans Heiraten denkt. Fatima fällt es jedoch zunehmend schwerer zu verbergen, was niemand wissen darf: Ihr Herz schlägt für Frauen. Als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt, eröffnet sich für sie eine völlig neue Welt. Hin-und hergerissen zwischen Familientradition, Glauben und ihrem Wunsch nach Freiheit muss Fatima ihren eigenen Weg finden.
DIE JÜNGSTE TOCHTER ist eine Adaption des gefeierten autofiktionalen Debütromans von Fatima Daas aus dem Jahr 2020 und der dritte Spielfilm der französischen Drehbuchautorin und Regisseurin Hafsia Herzi (DU VERDIENST EINE LIEBE, EINE GUTE MUTTER). Mit emotionaler und wahrhaftiger Wucht begleitet der Film das sexuelle Erwachsenwerden einer jungen Frau und ihre Suche nach einem Platz in der Welt. Zum großen Teil mit Laiendarsteller:innen besetzt, mit Zärtlichkeit und Fingerspitzengefühl inszeniert, aber ohne Scheu vor Tabubrüchen, gelingt Hafsia Herzi ein Instantklassiker des Queer Cinema in der Tradition von Abdellatif Kechiches BLAU IST EINE WARME FARBE, Céline Sciammas PORTRÄTEINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN und Barry Jenkins MOONLIGHT.
In ihrer ersten Rolle vor der Kamera feiert Nadia Melliti mit ihrer kraftvoll zurückhaltenden, atemberaubenden Darstellung einen fulminanten Einstieg in die Schauspielerei. Bei den 78.Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo der Film bei seiner Uraufführung zwölfminütige Standing Ovations erhielt, wurde sie mit dem Preis für die beste Darstellerin ausgezeichnet. Der Film gewann außerdem die Queer Palm.
Frankreich, Deutschland 2025, 108 Min. Regie Hafsia Herzi Drehbuch Hafsia Herzi Buchvorlage Fatima Daas Kamera Jérémie Attard Musik Amine Bouhafa
Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro
Offene Gärten | Projekthof Karnitz | jeweils 10-18h
Offene Gärten, Sa 13.06. und So 14.06. jeweils 10.00 -18.00 Uhr
In den vergangenen Jahren ist viel passiert, hoffnungsvoll zu bleiben fällt schwer. Doch ohne Hoffnung kann etwas Neues kaum beginnen. So möchten wir wieder eine Tür aufmachen, und zwar die Karnitzer Klimafarming-Gartentür, einen Ort, an dem wir vorher nicht genau wissen, was uns erwartet.
In und über unser Tun auf dem Projekthof verknüpfen wir alte Traditionen mit neuen Erkenntnissen, wie zum Beispiel Terra Preta, samenfeste Sorten, Agroforstsysteme, Wasserretentionsbecken und nicht zuletzt Trockentrenntoiletten, alles für eine regenerative Garten- und Agrikultur.
Tauchen Sie mit uns in die Dämmerung und in die faszinierende Welt der Fledermäuse ein.
Fledermausexperte Paul Blei nimmt uns mit in die Welt unserer heimischen Fledermäuse.
Karnitz Garden ist Heimat für mehr als 8 Fledermausarten, die alle eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen: Zwerg-, Mücken-, Rauhaut- und Breitflügelfledermaus, der Kleinabendsegler, die Wasser- und Fransenfledermaus, der Nyctalus und das Braune Langohr.