So 02.08. Sowing the seeds of the wild

Ein Film von Adam und Dyba Lach am Sonntag 02.08. um 20.00 Uhr in Karnitz

Die Umweltkatastrophe, bei der 2022 die Hälfte des Fischbestandes der Oder durch giftige Algen getötet wurde hat drastisch gezeigt, wie bedroht die Lage vieler Flüsse ist. Giftige Abwässer, lange Dürrezeiten und Maßnahmen wie Uferbegradigungen bringen die eigentlich hochresilienten Ökosysteme aus der Balance. Der Musiker Michal Zygmunt, dessen Kompositionen stark von den Geräuschen und Rhythmen der Oder inspiriert sind macht sich nach einer Zeit der geschockten Trauer in einem alten Boot auf die Reise. Im aufblühenden Frühling bereist er einen Monat lang ein ganzes Netz von Flusswegen und schließlich die Oder, erlebt Nachwirkungen der Zerstörung und beeindruckende Lebendigkeit. Der Film lässt das Publikum tief eintauchen in faszinierende Bilder vom Fluss, seinen Landschaften und Tieren.

Die Reise ist gleichzeitig eine symbolische Aktion, die Aufmerksamkeit schaffen soll für die Notlage der Oder, und persönliche Exploration. Zygmunt will sich selbst vergewissern, wie es seinem geliebten Fluss geht. Er taucht mit allen Sinnen ein, verbringt in Ruhe Zeit in der Natur, beobachtet, hört zu und erlebt sich selbst als tief verbundener Teil des Ganzen. Diese Erfahrung verschiebt seine Sicht auf die Position des Menschen in der Natur. Radikale Ideen entstehen, die den Flüssen gleiche Rechte zuschreiben und ihnen eine wieder verwilderte, gesündere Zukunft ermöglichen sollen – ähnlich wie im aktuellen neuseeländischen Film „I am the River, the River is me“, in dem ein Maori – Flusswächter schildert, wie der Whanganui als erster Fluss der Erde Persönlichkeitsrechte erhalten hat. (Susanne Stern)

PL, 2024, 72 Min

Drehbuch: Dyba Lach
Ton: Marcin Kusmierczyk
Schnitt: Adam Lach, Mateusz Romaszkan
Musik: Szymon Sutor
Darsteller: Michal Zygmunt, Dominik Wichman, Ewa Drewniak, Karina Zygmunt

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro