Sa 27.09. Poetry Slam Karnitz 2025 – Nature writing

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Poetry Slam | ab 19:00 | Projekthof Karnitz

Sa. 27. September , 19:00 Uhr, Einlass ab 18:00 Uhr

Am 27. September ab 19:00 Uhr ist in der Karnitzer-Kunsthalle die Bühne frei für jederfrau und jedermann mit Poesie im Blut.

Dichtende HippHoppende, Songschreibende jeder Altersgruppe, jeder Berufsgruppe, jeder Haar- und Augenfarbe – Menschen wie du und ich, also Menschen, die was zu sagen haben, sind herzlich eingeladen.

Thema 2025 ist das Thema nature writing (Schreiben der Natur). Denn viel verändert sich seit Jahren in der mecklenburgischen Landschaft und damit auch unsere Beziehung zu ihr. Charakteristisch für das Nature Writing ist der die Natur beobachtende, beschreibende und empfindende Mensch, woraus sich ein wesentlicher Unterschied zum objektiven Ansatz des naturwissenschaftlichen Denkens ergibt. Vielleicht entsteht aus den Texten ein Hörbuch.

Der Eintritt ist frei, eine Spende erfreut.
Anmeldung per E-Mail erforderlich.

Anmeldung und Kontakt
Joachim Borner
Pojekthof Karnitz e.V. , Karnitz 9, 17154 Neukalen
E-mail: jborner@kmgne.de

Sa 10.05. Die Saat des Heiligen Feigenbaums

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In Anwesenheit des Regieseurs | 19.30 Uhr

Ein Film von Mohammad Rasoulof am 10.05. um 19.30 Uhr in Karnitz

Iman ist gerade zum Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran befördert worden, als nach dem Tod einer jungen Frau eine riesige Protestbewegung das Land ergreift. Obwohl die Demonstrationen zunehmen und der Staat mit immer härteren Maßnahmen durchgreift, entscheidet sich Iman für die Seite des Regimes und bringt damit das Gleichgewicht seiner Familie ins Wanken. Während der strenggläubige Familienvater mit der psychischen Belastung durch seinen neuen Job zu kämpfen hat, sind seine Töchter Rezvan und Sana von den Ereignissen schockiert und elektrisiert. Seine Frau Najmeh wiederum versucht verzweifelt, alle zusammenzuhalten. Dann stellt Iman fest, dass seine Dienstwaffe verschwunden ist, und er verdächtigt seine Familie…

Mit DIE SAAT DES HEILIGEN FEIGENBAUMS liefert Mohammad Rasoulof, Gewinner des Goldenen Bären für DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT, sein Meisterwerk ab: eine zornige und unverblümte Abrechnung mit dem Unrechtsregime im Iran, erzählt als brillanter, atemloser Politthriller und erfüllt mit authentischen Bildern der Proteste im Herbst 2022, die das Land in seinen Grundfesten erschütterten. Es ist ein unter schwierigen Umständen entstandener, geheim im Iran gedrehter Film, dessen Wirkkraft so groß ist, dass sich Rasoulof noch kurz vor der Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes gezwungen sah, sein Heimatland zu verlassen.

Bei den 77. Filmfestspielen von Cannes wurde DIE SAAT DES HEILIGEN FEIGENBAUMS mit minutenlangen Standing Ovations bedacht, von der Presse international gefeiert und mit dem Sonderpreis der Jury sowie vier weiteren Preisen ausgezeichnet.

Der majoritär von Rasoulofs Hamburger Firma Run Way Pictures hergestellte Film ist Deutschlands Oscarbeitrag in der Kategorie „Bester internationaler Film“ und darf sich mit der Aufnahme in die aktuelle Shortlist weiterhin große Hoffnungen auf die begehrte Auszeichnung machen.

 

Deutschland, Frankreich, Iran: 2024, OmdU, 168 Min
Regie: Mohammad Rasoulof
mit Misagh Zare, Soheila Golestani, Mahsa Rostami

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 03.05. Im Schatten der Träume

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In Anwesenheit des Regieseurs | 19.30 Uhr

Ein Film von Martin Witz am 03.05. um 19.30 Uhr in Karnitz

Komponist Michael Jary und Texter Bruno Balz waren über 40 Jahre lang das produktivste und erfolgreichste Duo des deutschsprachigen Schlagers und Kinos. Ihre Lieder wie „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ oder „Davon geht die Welt nicht unter“ (beide 1942) machten Zarah Leander musikalisch zum Weltstar. Die 250 Kinofilme, zu denen sie die Musik beisteuerten, reichen von eleganten Komödien der Weimarer Zeit über ambivalente Melodramen im Dritten Reich bis zu Filmen in den Wirtschaftswunderjahren. „Im Schatten der Träume“ erzählt das bewegte Leben der beiden Künstlerfreunde – zwei Biographien, die selbst das Drehbuch für ein Melodram liefern könnten. Balz war als schwuler Mann ein Verfolgter des NS-Regimes und entging dem Konzentrationslager nur durch die Intervention von Jary, der angab, ohne seinen Texter die vom Propagandaministerium geforderten Lieder für den Film „Die große Liebe“ (1942) nicht liefern zu können.

 

Regisseur Martin Witz kombiniert Szenen aus bekannten Spielfilmen mit privaten Fotografien, seltenen Interviews und Erinnerungen von Zeitzeug:innen. Expert:innen wie der Musikhistoriker und Unterhaltungskünstler Götz Alsmann erklären kenntnisreich und hintergründig die Entstehungsgeschichten der weltberühmten Lieder und Filme – und warum die Musik von Jary und Balz so verblüffend zeitlos ist.

Eine Zeitreise durch vier Jahrzehnte Populärkultur, die mit Swing, frechen Berliner Chansons und Liebesliedern einen weiten musikalischen Bogen spannt, aber auch im politischen und gesellschaftlichen Kontext kritisch über „Unterhaltung“ und Ideologie nachdenkt.

Schweiz/Deutschland 2024, 90 Minuten, FSK 12
Regie & Buch: Martin Witz
Mit Götz Alsmann, Manfred Herzer, Micaela Jary, Claudio Maniscalco, Rainer Rother, Klaudia Wick, Bibi Johns, Carol Schuler (Gesang)

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 29.03. Oasis – Oase

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In Anwesenheit des Regieseurs | 19.30 Uhr

Ein Film von Tamara Uribe und Felipe Morgado am 29.03. um 19.30 Uhr in Karnitz

Das als blühende Oase Südamerikas geltende Chile ist geprägt von Neoliberalismus und hohem Wirtschaftswachstum, aber auch von Armut, sozialer Ungleichheit und dem Erbe der Pinochet-Militärdiktatur. Im Oktober 2019 entbrennen kurz vor der Corona-Pandemie in der Hauptstadt Proteste gegen die Preissteigerung für öffentliche Verkehrsmittel, die sich wie ein Lauffeuer in weiten Teilen des Landes verbreiten und zu einer vielgestaltigen Bewegung für Verfassungs- und Wirtschaftsreformen anwachsen.

Über den Zeitraum von drei Jahren, bis zum Scheitern der Verfassungsgebenden Versammlung 2022 und dem anschließenden politischen Backlash, fangen Tamara Uribe und Felipe Morgado die Ereignisse und ihre Topografie in unkommentierten Sequenzen ein und geben den aktivistischen Kräften ein Gesicht, ohne für Protagonist*innen Partei zu ergreifen: Ob indigen, feministisch, militant, anarchistisch oder konservativ – alle finden sie Platz in dem formal gewagten Epochengemälde, das zugleich Momentaufnahme ist.

Wer sich auf diesen Streifzug durch eine Gesellschaft im Aufbruch einlässt, wird mit Einblicken in Demokratieprozesse, Massenproteste und ihre soziopolitischen Dynamiken belohnt.

Chile 2024, 80 Min, OmU
Regie: Tamara Uribe, Felipe Morgado
Buch: MAFI Collective
Kamera: Adolfo Mesías
Montage: Felipe Morgado, Tamara Uribe, Christopher Murray, Andrea Chignoli

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 05.04. Touch the sound

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In Anwesenheit des Regieseurs | 19.30 Uhr

Ein Film von Thomas Riedelsheimer (Rivers and Tide / Tracing Light – Die Magie des Lichts) am 05.04. um 19.30 Uhr in Karnitz

Im Zentrum des Films ist die schottische Percussionistin Evelyn Glennie. Der Regisseur Thomas Riedelsheimer (Rivers & Tides) begleitet sie bei ihren Auftritten und Performances nach Japan, Schottland, New York und vor allem in eine riesige Fabrikhalle in Dormagen, wo mit den verschiedensten Materialien Musik erzeugt wird und gibt uns mit seinen erstaunlichen Bildern eine Ahnung davon wie Klänge aussehen können. Wir treffen andere Musiker wie Fred Frith oder Ze Ondekoza und erhalten ein umfassendes Portrait einer aussergewöhnlichen Künstlerin.
“Für den künstlerischen Höhepunkt in Locarno sorgte Thomas Riedelsheimer mit ‘Touch The Sound’… Allgegenwärtig sind in diesem Film Klänge. Musik mischt sich mit Straßenlärm, mit dem Geräusch von im Wind flatternden Fahnen, mit Meeresbrandung und Momenten der Stille. Der Rhythmus, in dem die furiose Tonspur mit bestechenden Landschaftsaufnahmen und behutsam eingebetteten Aussagen Glennies gemischt wird, lassen den Zuschauer tief in diese Welt der Klänge eintauchen und in ihr versinken. Mit geschärften Sinnesorganen verlässt man das Kino.“ Artechock Magazin

D/UK 2004, 100 min, engl. OmU
R., K.: Thomas Riedelsheimer
Musik: Evelyn Glennie, Fred Frith sowie Roxanne Butterfly (USA), Horazio ‘El Negro’ Hernandez (USA), Za Ondekoza (Japan), This Misa & Saikou (Japan), Jason ‘The Fogmaster’, USA

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 12.04. Flüstern und Schreien

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In Anwesenheit des Regieseurs | 19.30 Uhr

© Icestorm Entertainment GmbH

Ein Film von Dieter Schuhmann am 12.04. um 19.30 Uhr in Karnitz, anschließende gesellige Gesprächsrunde mit Dieter Schumann

Insel Hiddensee/DDR, 1988: Am Strand erfolgt eine Lautsprecherdurchsage: „Werte Urlauber, Feeling B aus Prenzlauer Berg werden in den kommenden zwei Stunden auf der Promenade ein Konzert geben. Wir bitten um Verständnis für die eventuell auftretende Lärmbelästigung.“ Die Mitglieder der Band heben sich allein mit ihren gefärbten Haaren deutlich vom biederen Look der meisten Urlauber/-innen ab. Zum schnellen Rhythmus und den harten Gitarrenriffs singt Aljoscha Rompe: „Wir wollen immer artig sein, denn nur so hat man uns gerne.“ Aus den Strandkörben schälen sich einige Punks, die anfangen Pogo zu tanzen. Ungläubige Blicke legen sich auf die jungen Männer, die mit schweren Arbeitsstiefeln und Tarnfleckhosen scheinbar gar nicht an den Strand passen. „Endlich ist mal was los, sonst gibt es hier doch nichts“, sagt einer der Jugendlichen später im Interview. Das Gefühl der Apathie kommt in mehreren Gesprächen zum Tragen: Langeweile und Stillstand als Lebensgefühl einer Generation – aber auch Ausdruck der DDR in den letzten Zügen. Sandow-Frontmann Kai-Uwe Kohlschmidt beschreibt die Atmosphäre im Land als „verstaubte Zufriedenheit“, während er einen neu geschriebenen Song anmoderiert, der vom Niemandsland handelt. Gesungen klingt es wie „Niemands Land“. Die Strophe endet mit dem Vers: „I want a new life / I want a new life!“

DDR  1988 – 120 Min.

Regie: Dieter Schumann
Drehbuch: Jochen Wisotzki, Dieter Schumann
Mitwirkende: Tamara Danz, Dirk Zöllner, Kai-Uwe Kohlschmidt, Arthur „Aljoscha“ Rompe, Paul Landers, Christian „Flake“ Lorenz u.a.

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 22.03. Die Kordillere der Träume

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Eine poetische Welterkenntnis | 19.30 Uhr

Schatztruhe der Erinnerung

Ein Film von Patricio Guzmán am 22.03. um 19.30 Uhr in Karnitz

LA CORDILLERA DE LOS SUEÑOS ist der Abschluss einer Trilogie, die der chilenische Dokumentarfilm-Regisseur Patricio Guzmán 2010 mit HEIMWEH NACH DEN STERNEN begann und 2015 mit DER PERLMUTTKNOPF fortführte. Im dritten Teil nun betrachtet Guzmán, der seit dem Pinochet-Putsch 1973 im Pariser Exil lebt, die Natur seiner Heimat als Sinnbild der politischen Geschichte von revolutionärer Utopie, faschistischer Diktatur und neoliberalem Raubbau an der Gesellschaft.

Nach der Atacama-Wüste – dem trockensten Gebiet der Welt und wichtigsten Standort für Weltraumteleskope, aber auch Standort von Pinochets Konzentrationslager – und dem Wasser des Pazifiks, in dem tausende Regimegegner an Bahnschienen gefesselt ertränkt wurden, widmet sich Guzmán nun dem Anden-Gebirge. 80% der Oberfläche Chiles macht es aus und ist doch ein blinder Fleck im chilenischen Bewusstsein – ähnlich wie die Gräuel der Diktatur und die ungebrochene Tradition des Widerstands gegen sie. Obwohl diese geschichtlichen Umstände bis heute die politischen und ökonomischen Realitäten des Landes weiterhin maßgeblich beeinflussen, wurden sie dennoch aus der Wahrnehmung der Gesellschaft verdrängt. Guzmáns bildstarker Dokumentarfilm ist darum auch ein Werk der Bewusstmachung und engagierten Aufarbeitung.

Chile / Frankreich 2019 – 85 Min. – span. OmdU

Regie und Drehbuch: Patricio Guzmán, Montage: Emmanuelle Joly
Kamera: Samuel Lahu, Musik: Miranda y Tobar Produktion: Renate Sachse

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 15.03. El Botón de Nácar – Der Perlmuttknopf

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Eine poetische Welterkenntnis | 19.30 Uhr

Mit dem Wasser erzählen –                                                           © Hugues Namur

Ein Film von Patricio Guzmán am 15.03. um 19.30 Uhr in Karnitz

In seinem Dokumentarfilm erzählt Patricio Guzmán die Geschichte Chiles als eine Kulturgeschichte des Wassers und des Pazifischen Ozeans, der den größten Teil der Ländergrenzen von Chile ausmacht. Der Film erzählt von der indigenen Bevölkerung, die als Volk von Seefahrern eine besonders enge Beziehung zum Wasser hatte, und spannt dabei einen Bogen von ihrer Auslöschung und dem Verlust ihrer kulturellen Schätze zu den Toten der Militärdiktatur, die von Pinochets Regime im Meer versenkt wurden.

Die Kontinuität der Gewalt in der Geschichte Chiles kontrastiert mit den atemberaubenden Bildern der Chilenischen Landschaft. So entsteht ein poetischer Sog zwischen Vergangenheit und Gegenwart eines verletzten Landes und seines einmaligen kulturellen, politischen und landschaftlichen Erbes. Der Film wurde auf der Berlinale 2015 mit dem silbernen Bären für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

Chile / Frankreich 2015 – 83 Min. – span. OmdU

Regie und Drehbuch: Patricio Guzmán, Schnitt: Emmanuelle Joly,, Regieassistent: Nicolás Lasnibat, Ton: Álvaro Silva Wuth, Originalmusik:
Miranda & Tobar, Hughes Maréchal, Kamera: Katell Djian, Produktion: Renate Sachse

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

Sa 08.03. Mi país imaginario – Das Land meiner Träume

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Ein fulminantes Lehrstück in politischer Vision und Zivilcourage | 19.30 Uhr

Die Revolte ist jung und feministisch

Ein Film von Patricio Guzmán am 08.03. um 19.30 Uhr in Karnitz

Eines Tages und ohne Vorwarnung, brach eine Revolution aus. Es war das Ereignis, auf das der Dokumentarfilmer Patricio Guzmán sein ganzes Leben lang gewartet hatte: anderthalb Millionen Menschen auf den Straßen von Santiago de Chile, die Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheitsversorgung und eine neue Verfassung forderten, welche die strengen Regeln ersetzen sollte, die dem Land während der Militärdiktatur Pinochets auferlegt worden waren.

MI PAÌS IMAGINARIO zeigt aufwühlende Aufnahmen von Protesten an vorderster Front und Interviews mit engagierten Aktivistenführer*innen und stellt auf eindrucksvolle Weise eine Verbindung zwischen der komplizierten und blutigen Geschichte Chiles, den aktuellen revolutionären sozialen Bewegungen und der Wahl eines neuen Präsidenten her.

„Wie war es möglich, dass ein ganzes Volk siebenundvierzig Jahre nach Pinochets Putsch in einem so genannt sozialen Aufstand erwachte, einer richtiggehenden Rebellion, gar einer Revolution? – Für mich war es ein Rätsel. Also ging ich diesem Geheimnis nach und filmte, wie es sich auf die Stimmung, die Luft, die Emotionen und Gefühle der Menschen in meinem Land auswirkte.“ (Patricio Guzmán)

Chile / Frankreich 2022 – 83 Min. – span. OmdU

Regie und Drehbuch: Patricio Guzmán, Montage: Laurence Manheimer, Kamera: Samuel Lahu, Musik: Miranda y Tobar, Ton: Juan Carlos Maldonado Dubo, Aymeric Dupas, Produktion: Renate Sachse

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern

So 20.04. Soundtrack to a Coup d’Etat

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Spannender, aufrüttelnder Essayfim | 19.30 Uhr

Patrice Lumumba © Harry Pot Anefo Nederlands Nationaal Archief

Ein Film von Johan Grimonprez  am 20.04. um 19.30 Uhr in Karnitz

Zu Beginn der 1960er Jahre wagen immer mehr afrikanische Staaten den Aufstand gegen die europäischen Kolonialmächte und kämpfen für ihre Unabhängigkeit. Während die Sowjetunion und andere sozialistische Staaten sie unterstützen, blicken die USA und viele westliche Verbündete skeptisch auf die Dekolonialisierung. Ihr Interesse gilt vor allem den Bodenschätzen, über die sie die Kontrolle behalten möchten. Die USA intervenieren in dieser Phase der kolonialen Befreiung auf unkonventionelle Weise: Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Nina Simone oder Dizzy Gillespie werden als Werbeträger*innen in afrikanische Länder gesandt, um dort mit ihrer Musik für ein positives Bild des Westens zu sorgen. Zeitgleich solidarisieren sich wichtige Figuren der Bürgerrechtsbewegung in den USA wie Malcolm X oder die Jazzmusiker*innen Abbey Lincoln und Max Roach mit den afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen.

Regisseur Johan Grimonprez durchleuchtet diese von Dekolonialisierung und Kaltem Krieg geprägte Zeit und fokussiert sich auf die Geschehnisse im Kongo. Dort gerät Patrice Lumumba, erster Premierminister nach der Unabhängigkeit, ins Visier der CIA und der ehemaligen Kolonialmacht Belgien, die das gerade erst selbständig gewordene Land politisch gezielt destabilisieren.

Spannend wie ein Thriller, mit atemberaubend montiertem Archivmaterial und unterlegt von den Jazzsongs dieser Zeit, orientiert sich der Film an überraschenden historischen Quellen wie den Audiotagebüchern von Nikita Chruschtschow, den Memoiren der Lumumba-Vertrauten Andrée Blouin und den Essays des Schriftstellers In Koli Jean Bofane.

BE/FR/NL 2024, 150 Min., engl., frz. OmU,
Regie: Johan Grimonprez,
mit: Patrice Lumumba, Louis Armstrong, Andrée Blouin, Nina Simone, Nikita Krutschev, Eisenhower, Fidel Castro, Duke Elligton

Karten reservierbar per E-Mail sowie an der Tageskasse, 5,- Euro, erm. 3,- Euro

Gefördert durch den Bürgerfonds Kultur des Land Mecklenburg-Vorpommern