“Selbstbewusst sein und eigene Akzente setzen”

Jan “Monchi” Gorkow, Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet und der Regisseur Sebastian Schultz zeigen auf einer kleinen Tour durch Mecklenburg-Vorpommern derzeit ihren erfolgreichen Dokumentar-Film WILDES HERZ. Am Freitag machten sie Station in Malchin.

In einem Bundesland, in dem die AfD 21 Prozent der Landtagswahlstimmen erreicht, ist es schwer, sich gegen den Rechtsruck zu stellen. Und genau deswegen so wichtig. Die Punkband Feine Sahne Fischfilet und ihr Frontmann Jan “Monchi” Gorkow tun in Mecklenburg-Vorpommern genau das. Schon früh hat sich die Band gegen die rechte Szene positioniert und ruft regelmäßig zum Widerstand gegen AfD und NPD auf. So deutlich, dass die Band regelmäßig im Verfassungsschutzbericht des Landtags auftaucht. Regisseur Charly Hübner und sein Co-Regisseur Sebastian Schultz haben Monchi und seine Band bei ihrer Anti-Rechts-Tour “Noch nicht komplett im Arsch”, die im Wahljahr 2016 durch ganz Mecklenburg-Vorpommern führte, begleitet. Der daraus entstandene Film WILDES HERZ nähert sich der Figur des charismatischen Frontmanns von Feine Sahne Fischfilet an.

Franzi Müller, Monchi, Dennis Burmeister, Sebastian Schultz

„Selbstbewusst sein und eigene Akzente setzen“

Schüler*innen des Malchiner Fritz-Greve Gymnasiums wurden am vergangenen Freitag zur Film-Diskussion mit Jan “Monchi” Gorkow und Regisseur Sebastian Schultz eingeladen. Von der Leinwand ins Reale, stellten sich die beiden im Anschluss an den Film eine Stunde lang den Fragen der Schüler*innen.

Kennengelernt haben sich Monchi und Schultz bei einem Kurzfilm über Rechtsradikalismus in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Band Feine Sahne Fischfilet als „außerparlamentarische Opposition“ mit klarer Haltung denen gegenüber standen, die nur im Konjunktiv redeten, den Politikern, so der Regisseur.

Dabei sei er, sagt Monchi von sich selbst, gar nicht der „Politik-Nerd“. Er ist aber politisch, wenn er bei der letzten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Band die Anti-Rechts-Tour „Noch nicht komplett im Arsch“ startet. Und am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges, in Demmin zwischen den Bunten steht und gegen den Aufmarsch der Rechten skandiert und dabei für eine offene Gesellschaft demonstriert.

In Mecklenburg-Vorpommern müsse man selbstbewusst sein und Akzente setzen, sich mit den coolen Leuten vor Ort zusammentun, um etwas bewegen zu können, so sein unter Applaus endendes Statement für das Bundesland.

Passende Lernarrangements für globales Lernen

Organisiert wurde die Film-Diskussion vom Projekthof Karnitz e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Fritz-Greve-Gymnasium Malchin. Bereits im März kamen Schüler*innen des Malchiner Gymnasiums in der “Woche gegen Rassismus” zusammen und sahen im Kino Malchin den Film “Kriegerin”. Im Kontext seiner entwicklungspolitischen Arbeit (WSD – Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch) hat der Projekthof Karnitz in Zusammenarbeit mit dem KMGNE unterschiedliche Lernarrangements und außerschulische Lernorte erschlossen. Die Veranstaltung von moderierten, thematisch ausgewählten Filmvorführungen für Klassen- bzw. Schulverbände in der Region Malchin ist ein Format, das fortgeführt werden wird.

Der Nordkurier hat am 11. Mai 2019 darüber berichtet.