Agroforstsysteme

Agroforstsysteme

In (fast) allen Jahreszeiten finden sich bunte Farbtupferl im Garten. Wir haben mit dem Um- und Ausbau des alten Bauerngehöfts den alten Bestand an Apfel- und Walnussbäumen, Bergahornen und Kopfbaumweiden ausgedehnt und um weitere Obstbäume und Stauden ergänzt. Apfel-, Kirsch-, Pflaumen- und Mirabellen-, Quitten- und Pfirsichbäumen sowie Beerensträucher sind in unserem Garten genauso zu finden wie Stauden und einjährige Pflanzen. Diese Vielfalt schafft ein hohes Nahrungsangebot für viele Insekten, bietet Schutz und natürlich das Plus eines jeden Baumes: Kohlenstoffdioxid wird über die Baumwurzeln gebunden.

Weil Bäume viel Sonnenenergie speichern und Schatten und Windschutz – nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Gartenkulturen – bieten, haben wir in den letzten fünf Jahren verstärkt Bäume gepflanzt. Neben der Obst- und Nussernte beschneiden wir unsere Weiden und Hainbuchen als Kopfbäume alle fünf bis sieben Jahre und gewinnen dadurch wertvolles Brennholz, ohne den ganzen Baum zu fällen. Die Artenvielfalt erhöht sich und ein Gleichgewicht unter den Arten und auch ihren Schädlingen kann sich einstellen.

Wasser kann man pflanzen!

Bäume bestimmen unser Landschaftsbild, sind wunderschön und von allergrößter Bedeutung für das Leben, von der Regulation wichtiger Nährstoff-und Wasserkreisläufe bis hin zur Nahrungsspende. Es gibt also tausende Gründe einen Baum zu pflanzen.

Mit unserer Baumschule wollen wir keine Forste anlegen. Vielmehr wollen wir ein Beispiellabor sein, dass zeigt, dass jede/r Bäume pflanzen kann.

Besonderen Fokus legen wir dabei auf anpassungsfähige und klimaplastische Baumarten. Unsere Zukunft wird wärmere und trockene Sommer mit sich bringen, wobei Frostereignisse im Winter nicht auszuschließen sind. Die Buche wird diesen Bedingungen auf die Dauer nicht mehr standhalten. Wir pflanzen also gezielt die Baumarten, die unter den kommenden Verhältnissen existieren können. Ein wichtiges Merkmal ist zum Beispiel die Ausbildung einer langen Pfahlwurzel, die auch bei Trockenheit in Bodenschichten reicht, die noch Wasser speichern.

In unserer Baumschule werden daher Setzlinge wie die Stieleiche, die Marone und die Walnuss angepflanzt.

    • Die Marone (Castanea sativa) ist wohl eins der besten Beispiele für den ‚Zukunftsbaum‘. Ihr Ursprung liegt eigentlich in südlicheren Gebieten von Europa, doch durch die wärmer werden Bedingungen kann sie immer besser auch in nördlicheren Breiten wachsen. Sie ist besonders gut an trockene Standtorte wie auch kalte Winter angepasst und spendet neben sehr biegsamen und witterungsbeständigen Holz sehr nahrhafte Früchte, die unsere Rezeptwelt wieder erobern. Doch auch Tiere erfreuen sich an der Marone. Neben ihren essbaren Kastanien, sind ihre Blüten vor allem für Bienen und Schmetterlingen interessant.
    • Die Stieleiche (Quercus robur) ist ein sehr anpassungsfähiger Baum und kann zeitweise mit einer Reihe von verschiedenen Standortbedingungen umgehen. Neben Frost und Überschwemmungen, machen auch trockene Episoden der Stieleiche wenig aus. Der Baum kann bis zu 1000 Jahre alt werden und kann während seiner Lebenspanne wertvolle Nahrung vor allem für die Tierwelt schaffen. Doch auch für uns Menschen können die eiweiß-, stärke- und fetthaltigen Eicheln nützen. Zum Beispiel als Kaffeeersatz.
    • Die Walnuss (Juglas regia) ist ein sehr wärmeliebender Baum und durch seine lange Pfahlwurzel ist er Trockenheit gegenüber sehr widerstandsfähig. Die wertvollen Nüsse sind wohlschmeckend und allseits bekannt. Im Jahr kann ein Baum bis zu 150kg der Walnüsse ausbilden. Diese sind zudem sehr gesund, da sie hohe Omega-3 Fettsäurewerte aufweisen.