Resilienz #2 und Resilienz-Reihe 2020

Im Juni starteten wir die Bürgersalon-Reihe „Resilienz“. Der Resilienz-Experte Harald Kegler führte uns in das Konzept ein. Mit der Folgeveranstaltung mit dem Berater für ländliche Transformation Hans-Albrecht Wiehler setzten wir uns noch eingehender mit der Frage auseinander, wie unsere Region anpassungsfähig gegenüber Schocks werden kann. Was machen wir als Bürger*innen, was macht die Kommune, wenn der demografische Wandel ländliche Regionen weiterhin verwaist, die Klimakrise Trockenheit und Stürme bringt?

Hans-Albrecht Wiehler zeigte verschiedene Herangehensweisen, um Bedrohung und  Veränderung strategisch zu erfassen, z.B.:

  • Der Blick in die Vergangenheit: Was ist in der Region bereits an Katastrophen und Schocks passiert? Wie sind wir damit umgegangen? Was hat geklappt/nicht geklappt?
  • Über statistische Daten und Prognosen zur Region können dezidierte Einblicke in die Veränderungsprozesse, in denen wir uns seit Jahrzehnten befinden und weiterhin befinden werden, geben. Was wird wahrscheinlich passieren? Wo stehen wir gerade? Wie wird es sich verändern? Wie berührt es meine Systeme? Unter klimafolgenonline können Daten nach Regionen abgerufen werden.
  • Von Bedürfnissen ausgehend: Was ist unsere Priorität Nr. 1? Wasser/Abwasser, Biodiversität (Leben an Land und im Wasser), Klima (Kilmaschutz und -anpassung)?

Einige Erfahrungen Wiehlers zur regionalen Transformation zeigen, dass Veränderung und Widerstandsfähigkeit immer mit konkretem Handeln verbunden ist, von denen, die an den Stellschrauben der Veränderung sitzen und initiiert werden von denen, die die Veränderungen spüren und die Notwendigkeit sehen, aktiv als Bürger*innen gegenzuwirken:

  • Resilienz ist ein Prozess.
  • Resilienz wächst nur erfolgreich von unten und aus der Peripherie.
  • Grundlage ist positive Vision ausgehend von einer kleinen Gruppe.
  • Viele Lösungen sind bereits vorhanden.

Für Wiehler sind die wichtigsten Themen in den kommenden Jahren: Demographischer Wandel, Energieverknappung (z.B. Abhängigkeit, motorisierter Individualverkehr) und der Klimawandel.

Eine kurze Runde unter den Teilnehmenden brachte weitere Schlüsselthemen widerstandsfähiger Regionen hervor: regionale Ernährung, Besitz von Land und Landnutzung, funktionierender Katastrophenschutz, belebte Dörfer, gesundheitliche Infrastruktur (Hausärzte), Ausbau regional passender demokratischer Strukturen, Wassernutzung- und speicherung.

Im neuen Jahr ist die Fortführung der Resilienz-Reihe geplant. Mit den Themen: Wasser, Wald/Aufforstung, Katastrophenschutz und Ernährung(ssouveränität). Informationen dazu folgen zeitnah.