Das war harte interkulturelle Arbeit

Eine fröhliche Gemeinschaft backt für das Sozialwerk – Geflüchtete backen für die Tafel

 

Im Projekthof Karnitz gab es am letzten Samstag, den 10. Dezember 2016 viel Süßes zum Bearbeiten: Mandeln, Rosinen, Honig und Zucker, Zitronat, Nelken, Vanille, viel Butter, etwas Mehl … Sie ahnen: es wurde gebacken! Etwa 25 Leute aus Mecklenburg und Vorpommern, Syrien und Afghanistan, Brandenburg und Bayern hatten sich verabredet, um gemeinsam besondere Rezepte für Weihnachtsgebäck und –kuchen zu erproben. Das klappte sehr gut: Am Abend waren 3 Kuchen und etwa 7 kg Gebäck fertig – bereit und verpackt um dem Sozialwerk in Malchin zur Weihnachtsfeier am 14. Dezember übergeben zu werden.

“Man muss diese Arbeit, die das Sozialwerk für Malchin leistet, auch mal wertschätzen” – war der Tenor beim Backen. Und: “Weihnachten und die Freude dabei ist für Alle, nicht nur für Begüterte.” Da war es das Thema, worüber sich bei der Vorbereitung schon hitzig die Köpfe heiß geredet worden waren: Was bedeutet in der Wirklichkeit, im Alltagsleben Gerechtigkeit oder Beteiligung? Was bedeutet Anteil an der Wohlfahrt haben oder nicht haben zu können. Wie im Konkreten sieht Zusammenhalt aus? Zusammenhalt gegen andere? Zusammenhalt für andere?

Freude haben sich die Bäcker und Konditorinnen dann selbst bereitet. Während des Backens wurden Weihnachtlieder gesungen und verschiedene Weihnachtsepisoden erzählt. Das war harte interkulturelle Arbeit. Den Abschluss bildete ein herzhafter Rinderbraten mit grünen Klößen und Kürbispuree, Grün- und Rotkohl und viel Soße. Man gönnt sich ja sonst nichts. Über Tischsitten, Rezepte, Ernährung und Landwirtschaft wurde dabei erzählt und viel entdeckt, was sonst unter fairem Handel, ökologischem Fußabdruck, verantwortungsvoller Konsum diskutiert wird. Die Delegation der Bäcker hatte schwer zu tragen, als sie am Mittwoch, den 14. Dezember bei der Weihnachtsfeier des Sozialwerkes die Backwaren anschleppten. Ein weihnachtliches Hallo war die Begrüßung und das Knuspern der Kekse das Dankeschön. Es war ein gutes Gefühl zu sehen, wie Menschen rund um den Kummerower See zusammenhalten.

In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass das KMGNE, welches in Karnitz die Internationale Sommeruniversität durchführt und die “Zukunftsstadt Malchin” unterstützt, dem Sozialwerk eine Spende von 1.000 Euro übergeben hat. “Entwicklungs- und Jugendarbeit ist für die Region ebenso wichtig, wie Wirtschaftsförderung.” sagt der Leiter Dr. Joachim Borner.