Das gibt’s doch nicht: Fahrradkino in Karnitz

Am letzten Samstag, dem 8. April 2017 gab es im Projekthof in Karnitz eine doppelte Premiere: Einmal wurde die Filmreihe „Tomorrow zu Gast bei … “ im Raum Neukalen eröffnet, die von den drei Orten Kulturbörse in Gnoien, Mittelhof Gessin und Projekthof Karnitz mit besonderen Filmen veranstaltet wird! Und zweitens: für die Vorführung der Kurzfilme wurde kein Strom aus der Steckdose, sondern Strom vom Dynamo genutzt.

Die für den Filmprojektor benötigte Energie wurde von zehn Fahrrädern erzeugt, welche mit Dynamos ausgestattet waren. Diese leiteten den Strom zu einem Spannungswandler, wo der Strom von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wurde. Mit diesem Strom konnte der Filmprojektor den Film auf die Leinwand projizieren.

Es fuhren jeweils zehn Menschen aus dem Publikum auf den Fahrrädern. Sobald jemand einen Radfahrer ablösen wollte oder einer von ihnen schwächelte und diese vom Fahrrad stiegen, wurde der Tretwiderstand der anderen Fahrräder erhöht, damit immer die gleiche Menge Strom erzeugt wurde. Das hatte natürlich was – etwas Gaudi, etwas Frohsinn und ein paar neue Muskeln in den Beinen.

Natürlich stellten sich einige die Frage: warum macht man sowas, anstatt mit Popcorn zu krümeln?
Die Antwort hing mit den Filmen zusammen: Es ging da nämlich um den Klimawandel und seine Folgen. Und von denen merken wir in MV immer mehr. Was tun?

Weniger CO2 produzieren!

Denn jeder von uns hier in Deutschland produziert durch Autofahren, Heizung, Konsum durchschnittlich 11 t CO2 im Jahr – das sind etwa 8 Tonnen zu viel, als die Atmosphäre verträgt. Also runter mit den CO2 Mengen – durch Einsparung von Energie, durch erneuerbare Ressourcen! Das Radfahren für die Stromproduktion ist dabei ein kluger Geck auch gegen den Winterspeck.

Veranstaltet wurde das Fahrradkino von den Gästen und Partnern des Projekthofes: nämlich dem Drehbuchwettbewerb KLAK, durch den bundesweit nach Filmideen für Klimafilme gesucht wurde, aus denen in Karnitz mit den Experten vom KMGNE Drehbücher gemacht wurden und die nun durch Studierende der Filmuniversität Konrad Wolf gedreht werden.