Bürgersalon Resilienz #3 “Frisch vom Acker auf den Tisch”

Bürgersalon “Frisch vom Acker auf den Tisch”, Mo, 27. Januar 2020, 18 Uhr, Projekthof Karnitz

Im kommenden Bürgersalon „Resilienz #3“ wollen wir uns mit den Themen Ernährung und Landwirtschaft auseinandersetzen. Es wird um alternative Vermarktungsmodelle gehen, die die Region stärken. Dazu sind auf dem Podium Gäste aus der Mecklenburgischen Schweiz u.a. aus Großküchen, Direktvermarktern und dem Bauernverband eingeladen, ein Referent des Landwirtschaftsministeriums M-V wird auch mit konkreten Ideen dabei sein. Gemeinsam werden wir überlegen, was uns verbindet, wie wir unsere Region verändern wollen und welche Probleme und Lösungsansätze wir sehen.

Hier geht es zum Programm der Veranstaltung.

Unsere Gäste:

Dr. Heike Müller

Vizepräsidentin des Bauernverbandes Malchin und Mitinhaberin der Müller/Wetzel GbR, Milchvieh- (ca. 150 Kühe) und Marktfrucht/Futteranbau (550 ha). Sie ist außerdem Mitglied der LEADER-Aktionsgruppe und des Landfrauenverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Sie berichtet, dass gerade wieder zwei Landwirte (Spargel- und Kartoffelanbau) aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgeben mussten und setzt sich für einen konstruktiven Dialog zwischen Akteuren aus der Landwirtschaft, Großhandel, Gastronomie und Politik ein.

Bernd Kleist, Der Dorfladen, Gessin & MeckSchweizer

In Kooperation mit den MeckSchweizern betreibt Bernd Kleist seit 2018 einen Dorfladen mit Café im Mittelhof Gessin, in dem z.B. auch der Stammtisch Elektromobilität, Kreativworkshops für Kinder und Erwachsene sowie fast täglich kleine Kulturveranstaltungen stattfinden.

Magdalena Krakowiak und Ina Putensen, Catering Gran Gusto, Greifswald

Die beiden Köchinnen haben vor 6 Jahren mit einer kleinen Kita und 12 Kindern angefangen und kochen heute für 600 Kinder an Kitas und Schulen ein Mittagessen aus 60% Biozutaten für 2,99 Euro Essensgeld pro Kind, einmal pro Woche gibt es ein Fleischgericht. Nach der Auslieferung des Mittagessens geht’s weiter mit Catering für Firmen- und Privatanlässe. Damit die Qualität des Essens ihren hohen Qualitätsansprüchen genügt und trotzdem das Budget nicht sprengt, organisieren sie mit Eltern und Erziehern eine Sammelaktion auf einer der vielen brachliegenden Streuobstwiesen – und kochen daraus Apfelmus für den ganzen Winter.

Ralf-Rudi Kriemann, Küchenleitung, AWO Service und zu Tisch gGmbH, Ivenack

Küchenleitung der der Ivenacker Kinnerkök. Beliefert 32 Einrichtungen, wie z.B. Kitas der AWO Demmin und Neubrandenburg, Grundschulen sowie Kitas anderer Träger mit insgesamt ca. 1200 Essen pro Tag. Er macht die Erfahrung, dass viele der Kinder am Freitag stapelweise Stullen mit nach Hause nehmen und am Montag völlig ausgehungert zum Frühstück kommen. 65 Cent Wareneinsatzbudget stehen ihm derzeit pro Kind zur Verfügung: „Das reicht weder für die Herstellung qualitativ hochwertiger Mahlzeiten aus, noch könnte ich damit Bauern aus der Region angemessen für ihre Produkte bezahlen.“

Olaf Budig, Küchenleitung, Krankenkaus Havelhöhe, Berlin-Spandau

Der Küchenchef hat die Kantine in der Klinik Havelhöhe bereits schrittweise umgestellt und kooperiert inzwischen intensiv mit mehreren Landwirtschaftsbetrieben aus der unmittelbaren Region. Er wird davon berichten, wie es ihm gelungen ist, die Klinikleitung und das Personal in diesen Umstellungsprozess mit einzubeziehen. Er ist einer der Akteure der Berliner Initiative Kantine Zukunft, die nach dem Vorbildprojekt „House of Food“ (Kopenhagen) auch in Berlin zukunftsweisende Ernährungsmodelle umsetzen wollen.

In Kooperation mit RENN.nord – Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien

Die Veranstaltung ist Teil der Resilienz-Reihe, die ihren Auftakt im Juni 2019 mit dem Bürgersalon Resilienz #1 hatte. Wir fragten “Wie gehen Regionen mit unerwartetetn Störungen um?” und kamen mit dem Resilienz-Experten Harald Kegler in Austausch.

Im Oktober war dann der Berater für ländliche Transformation Hans-Albrecht Wiehler bei uns zu Gast. Im Bürgersalon Resilienz #2 fragten wir konkreter: “Was machen wir als Bürger*innen, was macht die Kommune, wenn der demografische Wandel ländliche Regionen weiterhin verwaist, die Klimakrise Trockenheit und Stürme bringt?”.